Katzenzucht

Viele Katzenbesitzer haben irgendwann den Wunsch von ihrem „einzigartigen, tollen, hübschen, allerbesten Liebling“ Nachwuchs zu bekommen. Vielleicht auch nur ein einziges Mal, da diese 100%-ig tollen Gene doch nicht verloren gehen sollen.

Es wäre sehr schön, wenn es denn so einfach wäre.

Natürlich sollte man sich genauestens Gedanken darüber machen, ob man dem Nachwuchs und den werdenden Eltern überhaupt gerecht werden kann. Generell ist zu beachten, dass man in eine Katzenzucht wesentlich mehr Zeit, Geduld, Arbeit und Geld investieren muss, als wenn ein Meerschweinchen oder der Hamster Jungtiere bekommt.

 

Aber fangen wir doch einmal ganz von vorne an.

Der Grund warum ich gerade für dieses Thema entschieden habe, kommt daher, dass ich immer wieder höre und auch lese: Meine Kätzin soll mal Babys bekommen !

 

Ich bin mir allerdings wirklich ziemlich sicher, dass die meisten Menschen gar nicht wissen wie sehr verantwortungsvolle und eine Katzenzucht das normale Leben bereichert und zugleich auch beeinträchtigt.

 

Es geht nicht nur um Geld und wenig Zeit, es geht auch um etwas das viel wichtiger ist, nämlich um den physischen und psychischen Einsatz der von einem Züchter abverlangt wird.

 

Sicherlich hat niemand einen in die Katzenzucht hineingezwungen, aber man sollte sich vorher über all das bewußt sein was kommen wird und gar kommen könnte. Katzenzucht ist ein wunderschönes und anspruchsvolles Hobby, dass wie kein Anderes von einem vollen Einsatz abverlangt ! Vielleicht kann ich so manchen sorglosen Menschen noch einmal zum Nachdenken und Differenzieren animieren.

Angebot ist riesig !

Wenn Sie sich zum Kauf einer Rassekatze entschlossen haben stellen Sie sehr bald fest: das Angebot ist riesig – Kitten, Jungtiere, erwachsene Tiere, kastriert oder nicht, mit Papieren oder auch ohne, sofort abzugeben oder erst in ein paar Wochen, nur in Einzelhaltung abzugeben, nur gemeinsam, fast geschenkt oder zur Preisen, wo man zunächst ein einen Schreibfehler glauben möchte….. ja, es ist schwer hier durchzublicken.

Und wenn schon so viel Geld für eine Katze ausgeben – warum dann nicht gleich züchten (und damit die hohen Anschaffungskosten mit dem späteren Verkauf von Jungtieren wieder reinkriegen?)

 

Aber Rasse – Katzenzucht ist was anderes… die planmäßig durchgeführte Paarung von Rassekatzen, die einem bestimmten Zuchtziel (z.B. Gesundheit, Körperbau, Schönheit u. a.) entsprechen, in der Erwartung, dass die gewünschten Eigenschaften und Merkmale sich in den Nachkommen vererben.

 

Die Förderung der Zucht setzt ein Zuchtziel voraus, das die Auswahl der bestmöglichen Zuchtpartner einschließt. Die Züchter unternehmen hierfür viele Anstrengungen, die oft weit über das Übliche hinausgehen: Zuchttiere werden eingesetzt ohne Rücksicht auf Entfernung und Kosten, Zuchttiere werden aus dem Ausland teuer gekauft und importiert. Die Züchter reisen mit ihren Katzen quer durch Europa um Ausstellungen zu besuchen. Es wird jede Chance einer Zuchtverbesserung genutzt.

Verantwortungsvolle Katzenzucht kostet viel Geld !

Wer der Meinung ist, mit Katzenzucht super schnell zum Millionär zu werden, weil Katzenzüchter sich ja eine goldene Nase verdienen, der sollte ganz schnell in sich gehen und dieses Vorhaben in die tiefste Schublade ablegen die man finden kann!

 

Um Katzen zu züchten muss man in Kauf nehmen, sehr viel Geld zu investieren und man muss sich Gedanken darüber machen dass es unter Umständen sehr schnell gehen kann, dass es noch viel mehr Geld kostet.

 

Züchter sollten nur diese Leute werden, die sich dessen bewusst sind, was für finanzielle Konsequenzen eine Katzenzucht mit sich bringt!

 

Kennen sie den Spruch ? “Alles für die Katz”

 

Futter + Katzengrundausstattung+ Katzenaustellungen + Tierarzt …. DAS KOSTET ALLES GELD !

 

Bevor man Züchter wird sollte man tief in sich gehen und sich selbst folgende Fragen beantworten:

  •  Kann ich die Tierarztkosten tragen ohne selbst am Hungertuch zu nagen.
  • Kann ich die Kosten tragen, die eine Katzenzucht mit sich bring, insbesondere die Aufzucht von Kitten und Jungtiere.
  • Kann ich meine Jungtiere unter Umständen auch länger behalten und ernähren und ausreichend gesundheitlich Versorgen lassen, bis der richtige Dosenöffner kommt
  • Ist meine Wohnung oder mein Haus groß genug und verfügt über genug Räume – Habe ich einen Raum den ich zur Quarantänestation umwandeln kann
  • Kann ich die Bedürfnisse der Katzen erfüllen ohne an die Konsequenzen denken zu müssen – Kann ich meinen Katzen die Bewegungsfreiheit bieten, die sich benötigen
  • Bin ich bereit, mein eigenes Ich zurück zu stecken alles zum Wohle der Katze
  • Habe ich mich schon mit dem Leben und dem Tod auseinandergesetzt
  • Wenn Gen- und / oder Erbfehler auftreten, kann ich diesen Anblick ertragen ? Das Alles kann passieren : http://www.messybeast.com/freak-face.htm
  • Bin ich nervenstark und kann in gefährlichen oder hektischen Situationen den Überblick behalten
  • Wie gehe ich mit der Katzenzüchterszene um, kann ich mit Neid, Intrigen und Missgunst leben, habe ich ein dickes “Fell”

 

Wenn man für sich auch nur einmal mit Jein oder Nein geantwortet hat, ist es besser, die berühmte “Schublade” aufzumachen und das Vorhaben abzulegen, denn dann würde man seinen Tieren und seiner eigenen Seele nur Schaden zufügen.

Vorraussetzungen

Die Liebe und Hingabe zu Katzen !

Sie müssen jede Menge Zeit haben, sich Fachwissen aneignen und sich beständig Weiterbilden. Dies bedeutet: Das Lernen hört niemals auf! Logischerweise beginnt ein Züchter mit der Praxis, mit dem ersten Wurf. Erst im Laufe der Zeit wird sich allmählich sein Wissensstand erweitern. Die Kenntnisse der Rasse werden vertieft durch Beobachten und auch durch Revidieren der eigenen Meinung. Nur alleine das sog. Fingerspitzengefühl, dem einige Züchter vertrauen, reicht nicht aus. Hierin liegt der Unterschied, warum einige Züchter einen positiven Einfluss auf die Rasse nehmen und andere Züchter nur vermehren.

 

Die ständige Weiterbildung und der Austausch mit anderen Züchtern sind ebenso wichtig, wie das Lesen von Fachliteratur, fundierte Kenntnisse über: die Rasse, biologische Zusammenhänge und Anatomie, Genetik, Gesundheit, Zuchtverfahren, Ahnenforschung, Aufzucht und Pflege der Kitten, Verhaltensentwicklung, Ausstellungen, Zuchtbestimmungen des Vereins u.v.m.. Die Kontrolle über die Nachzuchten und die Trends in der Rasse sind ständig im Auge zu behalten.

 

Ein hohes Maß an Verantwortung ist erforderlich um Kitten aufzuziehen. Man hat eine Menge Freude mit der Geburt und der Aufzucht der Kitten, aber auch die weniger schönen Erlebnisse kommen vor. Z.B. die Geburt von toten Kitten, Kaiserschnitte, Kitten die nach wenigen Tagen oder Wochen sterben, Kitten die man zum Einschläfern bringen muss. Alles Erlebnisse die schwer an der Züchterseele nagen und die man niemals vergisst.

“Wo Leben ist, ist auch der Tod”, dies muss man sich immer vor Augen halten.

 

Von Wurf zu Wurf sind Verbesserungen nötig und müssen umgesetzt werden. Genaue Aufzeichnungen über die Trächtigkeit, die Geburt und die Kittenaufzucht müssen geführt werden, denn keine Trächtigkeit, keine Geburt und keine Aufzucht sind gleich. Hier sind die Aufzeichnungen sehr hilfreich und wichtig.

 

Katzenzucht in diesem Sinne durchgeführt, hat nichts mehr mit einem Hobby zu tun. Verantwortungsvolle Katzenzucht überschreitet die Grenzen eines Hobbys. Sie ist vielmehr Berufung und Dienstleistung, kostet viel Arbeit und noch viel mehr Zeit.

 

Jeder Anfänger wird versuchen so schnell wie möglich und soviel wie möglich lernen zu wollen. Die Fülle der Fachliteratur wird ihm einige Antworten geben, aber muss er alles lesen, um verschiedene Standpunkte und Erfahrungen abwägen zu können und zu einer eigenen Anschauung zu gelangen. Viele Bücher sind schwer verständlich, zu wissenschaftlich und man muss sie mehrfach lesen, um auch nur einen kleinen Nutzen daraus ziehen zu können.

Die tägliche Sorge in der Zucht

Die größte Sorge aller Züchter ist es, wie finde ich für meine Kitten geeignete Plätze. Aus der Anzahl der Interessenten ist der bestmöglichste Bewerber auszuwählen, dem der Züchter einen Kitten anvertrauen möchte und von dem er überzeugt ist, dass der Kitten dort auch bis an sein Lebensende bleibt. Es gehört eine gute Portion Menschenkenntnis dazu aus einem Kreis von Interessenten den passenden Besitzer dem passenden Kitten zuzuordnen oder umgekehrt. Dazu ist das persönliche Kennen lernen, ausführliche Gespräche und ggf. wiederholte Besuche nötig. Man muss die Lebensgewohnheiten, die persönlichen Vorlieben und die allg. Situation des neuen Besitzers kennen.

 

Auch muss sich der Züchter darüber im klaren sein, dass er möglicherweise nicht alle Kitten mit dem Abgabetermin abgeben kann. Er muss diese dann selbst behalten und evtl. erst viel später abgeben.

 

Dies ist bei der Anzahl der gehaltenen Katzen immer mit einzuplanen.

 

Sind zu wenige Anfragen vorhanden, gerät der Züchter leicht in Panik und ist froh überhaupt einen Platz für seinen Kitten gefunden zu haben. Aber: Nur der beste Platz ist gut genug und nur der zufriedene Besitzer wird auch positiv werben. Zufriedene Besitzer sind aber nur solche, die sich vertrauensvoll an einen kompetenten Züchter wenden können, der auch mit Rat und Tat zur Seite steht, wenn es nötig ist. Und dies solange der von ihm gezüchtete Katze lebt. Hiervon lebt auch seine Zucht, denn nur dann kann der Züchter wissen, wie es der Katze gesundheitlich geht, ob die frei von Krankheiten, ganz wichtig von Erbkrankheiten ist. Durch die Rückmeldung des Kittenkäufers erhält man Informationen über den Zustand und das Verhalten des Kitten. Jederzeit muss man bereit sein Hilfestellung bei evtl. Schwierigkeiten zu geben. Dies kostet den Züchter jede Menge Zeit und Einsatzbereitschaft. Doch für seine Kitten sollte ihm kein Einsatz zu hoch sein.

 

Auch die Telefonate, die Korrespondenz und die persönliche Gespräche mit Rasseinteressierten, das Erstellen und Versenden von Informationsmaterial, gehört zum Züchteralltag.

Konkurrenzkampf

Hinzu kommt der Konkurrenzkampf innerhalb der Züchtergemeinschaft. Leider ist es nicht so, dass alle an einem Strang ziehen, im Gegenteil ! Der Neuzüchter sieht sich oft einer brodelnden Gerüchteküche ausgesetzt, die ihn demoralisiert und die den Ruf schädigt, bevor er aufgebaut ist. Lassen Sie sich nicht entmutigen, stecken Sie sich Zuchtziele und versuchen Sie diese in die Tat umzusetzen. Es wird immer Züchter geben, die Ihnen zur Seite stehen. Ein erfolgreicher Züchter hat immer mit Neid zu rechnen. Es ist die einzige Art der Anerkennung.

Das Leben mit Potenten Katzen

Potente Kater markieren fast immer ihr Revier. Ob man einen potenten Kater dauerhaft in “Windeln wickeln” kann weiß ich nicht – ich werde es mit Sicherheit auch nicht ausprobieren :-). Ansonsten brauchen Zuchtkater ein Kontakt zu anderen Katzen und regelmäßige Zuwendung durch ihre Besitzer wir alle anderen Katzen auch. Was viele Zuchtanfänger nicht wissen oder verdrängen – auch potente Weibchen stehen in ihrem Markierverhalten den Katern manchmal in nichts nach - und das nicht nur während der Rolligkeit! Welchen Aufwand allein an Putzen das nach sich zieht weiß man spätestens dann, wenn man sich auf das Abenteuer “Ragdollzucht” eingelassen hat und über die damit verbundenen Gerüche freuen, auch der “Gesang” potenter Kater wird Sie bald auf eine harte Probe stellen…

 

Noch etwas zum Thema Deckkater: Eine Kastration kann diesem Spuk ein Ende bereiten – muss es aber nicht! Kater, die längere Zeit potent waren und intensiv markiert haben, werden damit mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auch nach der Kastration nicht aufhören. Für einen älteren Kater mit einem Pinkelproblem findet sich aber mit absoluter Sicherheit so schnell kein geeignetes Zuhause - und was nun? Sie müssen davon ausgehen, dass ein ehemaliger Deckkater auch nach Zuchteinsatz bis an sein Lebensende bei Ihnen bleibt und versogt und betreut werden muss. Aus diesem Grund geben wirklich verantwortungsbewusste Züchter so ungern Kater an andere Züchter, insbesondere an Zuchtanfänger, ab. Sie sollten das wirklich beherzigen, bevor Sie sich zum Kauf eines Zuchtkaters entschließen! Wer keinen eigenen Deckkater hält muss lange nach einem geeigneten Kater suchen und dann mit sehr hohen Deckgebühren rechnen. Diese sind aber durchaus verständlich, wenn man den Aufwand für die Anschaffung, Haltung und vor allem auch Gesunderhaltung! eines Zuchtkaters berücksichtigt.

 

Dem Besitzer eines Liebhabertieres möchte man diese Erfahrung nach Möglichkeit ersparen. Zum Glück setzt sie deshalb unter verantwortungsbewussten Züchtern die Frühkastration immer mehr durch. Bitte werten Sie das nicht nur als Misstrauen dem Käufer gegenüber. Viele Menschen scheuen aus Gründen der Vermenschlichung eines Tieres oder falschem Mitleid (er ist ja noch ein Baby…) davor zurück. Und leider gibt es immer noch genügend Tierärzte, die diesen Eingriff lange vor der Geschlechtsreife ablehnen. Hat der Kater aber erstmal damit angefangen, dann hilft eine Kastration in vielen Fällen nicht mehr, das Problem zu beheben. Meine Bitte an Sie lautet: Warten Sie in Ihrem und vor allem im Interesse Ihres Tieres nicht, bis es zu spät ist und lassen Sie Ihren Kater rechtzeitig kastrieren! Sowohl männliche als auch weibliche Tiere manche dieser Rasse werden oft sehr früh mit 4 Monaten geschlechtsreif !

Zuchtziel

"Es wird ein steiniger Weg"
"Es wird ein steiniger Weg"

Züchter müssen für sich zunächst selbst definieren, was sie wollen. Sie müssen ein Ideal haben, das im Einklang mit Gesundheit, Wesen, Standard und eigener Vorliebe steht. Um dieses Zuchtziel einzugrenzen ist aber wiederum ein Verständnis der Materie nötig.

 

Der Züchter muss zunächst einmal erkennen lernen, welche unverzichtbaren Grundvoraussetzungen ein RAGDOLL haben muss, um daraus eine Idee wachsen zu lassen. Viele Züchter haben hier Defizite und konzentrieren sich auf Details oder aber wollen zuviel auf einmal oder nur auf dem ersten Platz stehen. Zucht hat mit dem Erfolg im Ausstellungsring nur bedingt etwas zu tun. (Was nicht heißen soll, dass mit minderer Qualität gezüchtet werden soll!) Aber bis ein Züchter das zu begreifen vermag, sind vielleicht schon viele Kitten geboren worden. Es ist jedoch nie zu spät, das Wesentliche zu erkennen und seine Ideen zu überdenken.

 

Die Beurteilung einer RAGDOLL und vor allem des eigenen ist eine äußerst komplizierte Angelegenheit. Egal wie gern der Züchter seine Mutterkätzin und seine eigene Nachzucht auch haben mag, Sentimentalitäten sind ein schlechter Ratgeber. Der Züchter muss sich dazu durchringen Herz und Verstand zu trennen, nur dann kann er seine Zuchttiere richtig einschätzen.

 

Es fällt in seine Verantwortung nur mit den für die Zucht wertvollsten Tieren, sprich: typvollsten Rassevertretern, zu züchten. Viel zu oft wird aber mit der Katze gezüchtet, der gerade da ist. Aber aus Gänsen kann man nun einmal keine Schwäne züchten. Wichtig ist also, auf gar keinen Fall “Katzenblind” zu sein.

 

Im besten Fall sollte der Züchter nach ein paar “Probewürfen” eine Entscheidung für die Zukunft treffen, denn züchten heißt, in Generationen denken . Inzwischen hat er sich einen groben Überblick über seine Rasse verschafft und es sind ihm immer wieder Katzen aufgefallen, die ihm besonders gut gefallen haben. Anhand der Abstammung lässt sich erkennen ob und ggf. welches Verwandtschaftsverhältnis besteht. Der Züchter sollte nun versuchen alles über diese Katze, dessen Eltern, Verwandte und Nachkommen heraus zu bekommen, was möglich ist. Dabei ist es wichtig, auch negative Eigenschaften, mögliche Krankheiten, Wesensmerkmale, Alter im Auge zu behalten. Dann sollte der Neuzüchter sich an den Züchter wenden, der die meisten Katzen hervorgebracht hat, die seinem Ideal am nächsten kommen und dort versuchen eine qualitativ hoch stehende Zuchtkätzin zu erwerben. Ein guter und erfahrener Züchter wird dem Begehren positiv gegenüberstehen und die Bemühungen des Neuzüchters schätzen.

 

Diese gezielt ausgesuchte Kätzin sollte dann die Stammmutter des neuen Zwingers werden. Der nächste Gedanke muss dem Zuchtverfahren gewidmet werden. Hierzu gibt es genügend Literatur, um sich über Verfahren und Folgen zu informieren. Wichtig ist, mehrere Bücher zum gleichen Thema zu studieren, weil jeder Autor eine eigene Auffassung hat.

Selektion

Basis und Genetik einer Katzenpopulation zu verstehen
Basis und Genetik einer Katzenpopulation zu verstehen

Nicht immer entwickelt sich eine für die Zucht eingekaufte Katze so, wie man es gehofft hat. Sie zeigt Fehler in ihrem Wesen, bleibt zu klein, ihr Aussehen entspricht nicht den Erwartungen oder es gibt einfach Probleme bei der Trächtigkeit und Geburt. Oder das Aus kommt schon bei einer Voruntersuchung auf mögliche genetische Krankheiten. Das alles kommt sehr viel öfter vor, als viele Menschen glauben. Dann ist es mit der Karriere als Zuchttier schnell vorbei und niemand fragt Sie danach, wieviel Sie in dieses Tier investiert haben und bis an sein Lebensende noch investieren werden.

 

Zuchterfolge stellen sich langsam und über mehrere Generationen ein. Wer zuviel auf einmal erwartet, wird gar nichts bekommen. Rückschläge sind hinzunehmen aber nicht über zu bewerten und keinesfalls zu ignorieren. Eine konsequente und strenge Auslese der Zuchttiere ist der einzige Weg zum Ziel !

Das sind rationale Entscheidungen, die oftmals Härte gegen sich selbst erfordern.

 

Nicht der niedlichste Kitten bleibt im Züchterhaushalt, sondern der für die Zucht Vielversprechendste. Auch das zu erkennen bedarf einer gewissen Übung.

 

Auch wenn man es nicht direkt im Zusammenhang vermuten könnte: Wichtige Voraussetzungen für den Status eine Zucht ist die Korrektheit. Die Anforderungen für eine Zucht sollte in allerhöchstem Maße erfüllt werden und man sollte sich vorbildlich gegenüber seinen Katzen und Katzeninteressenten, aber auch Mitbewerbern verhalten.

Gendefekte ist Ein schwieriges Thema…

 

 
Was machen wenn bei einer Verpaarung Kitten mit Gendefekte auftreten?
Die Zuchttiere Kastrieren lassen? Weiterzüchten? das ist eine gute Frage und die kann man sicher nicht pauschal beantworten. Damit geht auch jeder Züchter anders um.

Ich bin generell der Meinung, dass KEIN Tier so wertvoll für eine Zucht ist, dass man in Kauf nehmen darf, dass es eine -schlimme- Erbkrankheit vererbt, egal zu wie viel Prozent !

Handelt es sich allerdings um Fehler bei denen die Nachkommen nicht leiden (z. B. Schielen, Knickschwanz -kommt übrigens auch bei Wildtieren vor-), würde ich sie in Kauf nehmen, wenn ich dadurch anderweitig beachtliche Fortschritte in der Zucht machen kann.

Also zu sagen solche Katzen gleich aus der Zucht nehmen, ist die einfachste Antwort darauf, jedoch nicht immer umsetzbar und realistisch! Ein tier das Träger (Carrier) eines Gendefektes ist, erzeugt nicht automatisch kranke Kitten: In vielen fällen zum beispiel, wenn eine erbkrankheit rezessiv vererbt wird, kann der Züchter durch gezielte verpaarungen vermeiden dass diese sich manifestieren. Denn nicht nur wir menschen, sondern auch andere Haustiere (ob, Hund, Pferd,...) können obwohl sie gesund sind, träger einer Erbkrankheit sein, doch solange diese defekten gene bei verpaarungen nicht aufeinender treffen, und die Krankheit nicht phänotypisch (das heisst sich nicht syntomatisch zeigt) auftritt, ist es noch keine Krankheit.
Ausser Diskussion steht dass man Kranke Tiere unbedingt für die zucht sperren sollte.

Züchter sprechen nur selten darüber wenn eine erbkrankheit bei Kitten auftritt, und wenn sie darüber sprechen (wollen) werden diese von -meist unwissende- Vereine, andere Züchter oder verunsicherte käufer, angeschwärzt. Das fürt dazu das weiterhin keine trasparenz, keine information und somit positive weiterentwiklung für die verbesserung der gesundheit der tiere ergeben kann.

Genedefekte treten auch auf wenn die Tiere nicht miteinander verwandt sind. Anzumerken ist jedoch das die Wahrscheinlichkeit dass mehr genloci homozygot werden, bei komplett blutsfremden Tieren, geringer ist ABER keineswegs ausgeschlossen! Inzucht führt dazu, dass immer mehr Genloci bzw. Allele homozygot (reinerbig) werden, also in beiden Chromosomensätzen gleich vorhanden sind. Gemäss den mendelschen Regeln erscheinen durch Inzucht insbesondere auch rezessive Gene des Genotyps im Phänotyp. Folge der Inzucht ist damit die Erhöhung der Wahrscheinlichkeit des homozygoten Auftretens von Extremen in beiden Richtungen, also sowohl möglicher krankhafter als auch besonders leistungsfähiger Genkombinationen.
Züchter können nicht selten beobachten, dass im genetischen Sinne reinerbige Lebewesen geringere Vitalität und Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten aufweisen, da die genetische Information in beiden Chromosomensätzen gleich ist und dadurch weniger unterschiedliche Gene vorhanden sind (Inzuchtdepression).

Dimension Katzenzucht

Wer Katzen züchten will, ist sich anfangs nicht darüber im Klaren, welche Ausmaße diese Leidenschaft annehmen kann. Einmal abgesehen von dem Zeit- und Kostenaufwand, ist es Katzenhaltung genügen müssen. Bis der erste Wurf überhaupt auf eigenen Pfoten steht sind umfangreiche Investitionen nötig. Von dem ersten Wurf wird immer ein Kitten mindestens im Züchterhaushalt verbleiben, auch vom zweiten oder dritten Wurf und schon hat sich die Anzahl der eigenen Katzen innerhalb weniger Jahre verdreifacht. Es gilt: so wenig Katzen wie möglich zu behalten. Jeder nächste Wurf wird wieder einen “noch besseren” Kitten hervorbringen und die Gefahr ist sehr groß, sich mit zu vielen Katzen zuzustellen.

 

Die Bezeichnung Hobby-Züchter ist reine Augenwischerei. Weder vom tatsächlichen Aufwand noch vom wirtschaftlichen Aspekt wird Katzenzucht eine Liebhaberei sein können. Katzenzucht ist eine Beschäftigung rund-um-die-Uhr, die vollen Einsatz verlangt. Menschen, die den seriösen Züchter als geldgierigen Vermehrer bezeichnen, haben keine Ahnung von der Praxis. Es gibt einträglichere Beschäftigungen, die weniger Nerven und Sorgen kosten, die sich vielleicht auch einmal rentieren oder die wenigstens nur Freude bringen. Wenn wir dann hören „Ach wir legen auf Papiere keinen Wert, dann wird die Katze ja billiger“, dann werden wir schon etwas sauer, denn ohne Papiere wäre die Katze nur ca. 35 € billiger!

 

Eine Katzenzucht aufzubauen und sie auch durchzuhalten erfordert vom Züchter eine große Portion Selbstaufgabe. Die Lebensqualität verändert sich: Aktivitäten werden überwiegend mit den Katzen durchgeführt, der Freundeskreis wird nach Katzensympathien ausgerichtet, Abwesenheit von Zuhause wird reduziert, Urlaub fällt flach, das Leben dreht sich fast ausschließlich um die Katzen.

 

Alle Niederlagen und Zweifel werden durch große Freude und Zufriedenheit ersetzt, wenn man die Geburt hinter sich gebracht hat und die Babys mit der Mutter friedlich in der Wurfkiste liegen. Es gibt so viele schöne Erlebnisse bei der Kittenaufzucht. Diese entschädigen den Züchter für die vielen Einschränkungen. Auch die Verbundenheit und Treue seiner Kittenkäufer lässt den Züchter neuen Enthusiasmus schöpfen !!!

 

Der Grund, warum man sich mit Züchten und Ausstellungen befasst ist eine tiefgründige Liebe zu Katzen. Punkt.

Wir schätzen ihre Nähe, ihre Treue, die Freude, die sie um sich verbreiten. Sie freuen sich auf jeden neuen Tag, egal wie früh wir sie wecken und dies versetzt uns wieder einmal in unsere eigene Kindheit. Sie verzeihen uns, wenn wir schlechter Laune sind, ungeduldig oder einfach viel weniger wert als sie es sind. Sie bringen das Beste in uns zum Vorschein, machen uns zu etwas Besonderem…

 

Wir sollten uns nie fragen, ob wir beneidet werden oder wichtig oder erfolgreich. Es sind bedeutungslose Fragen. Am Ende des Tages sollten wir uns fragen: Bin ich auf das was ich geworden bin stolz? Das was wir immer sein müssen, ist Katzenliebhaber. Wir müssen uns für sie einsetzen. Wir müssen sicher gehen, dass unsere Katzen und alle, die wir züchten, ein ausgefülltes, würdiges Leben führen können. Ob wir in Zeitschriften abgebildet werden oder unser Name in Katalogen zu lesen ist – dies ist unwichtig. Wir sind im gleichen Maß wert, wie das Leben unseren Katzen, ihre Glück, Freude und Geliebtsein.

 

Man kann sehr leicht den Sinn im Züchten von guten Katzen aus den Augen verlieren. Manche genießen den Erfolg und Ruhm und kommen vom Weg ab.

 

Das Züchten von Rassekatzen sollte man als ein Bestreben nach Perfektion sehen – es ist keinesfalls das Erhalten von Perfektion. Alle Katzen haben ihre Fehler, sind in manchen Punkten nicht perfekt. Es ist sehr einfach in eine Falle zu geraten, wo man seine Katzen verteidigen will. Normalerweise passiert dies, wenn man etwas als perfekt ansieht, was ein anderer gar nicht perfekt findet. Da geriet man durcheinander und wird natürlich unglücklich. Um uns zu rechtfertigen, fangen wir an, unsere Katzen zu verteidigen und auch das loszuwerden, was uns stört, nämlich die Meinung, die nicht mit unserer übereinstimmt.

 

Wir müssen bei der Wahrheit bleiben , ob wir’s wollen oder nicht. Folglich, die beste Art nicht unangenehm überrascht zu werden, ist ist am Ball zu bleiben, immer lernbereit und dabei die eigene Meinung im Einklang mit der Wahrheit zu halten. Dies kann man auf vielen Wegen erreichen, einer davon wäre das Lernen von erfahrenen Züchtern. Wir müssen offen für andere Meinungen bleiben und nicht stur bei der eigenen verharren. Anfangs brauchen wir das Wissen von anderen Züchter und wenn dies sich als falsch erweist, wissen wir nicht was wir glauben sollen. Dies verunsichert uns. Wenn Sie Wissen gesammelt haben und ein anderer mit einer anderen Meinung kommt, müssen Sie offen sein, diese Meinung auch unter die Lupe zu nehmen und sich überlegen, wieso er anders denkt.

 

In einem Wurf gibt es selten mehr als einen super Kitten, wenn überhaupt einen – da ist es wichtig zu wissen wem dieser Kitten zusteht. Freundschaften zerbrechen sofort, wenn der eine der Meinung ist, er sei ausgenutzt worden. Dies ist traurig und in der Not ist es besser man gibt, als dass man nimmt – auch verliert man seinen guten Ruf, wird als egoistisch und unzuverlässig beschrieben.

 

Viele Züchter schaffen es nicht, sich über den Erfolg von anderen zu freuen. Auch wenn wir meinen, wir seien auf dem besten Weg zu züchterische Perfektion, gibt es tatsächlich viele Wege, die dahin führen. Wir verlieren nichts wenn wir den Erfolg von anderen anerkennen.

 

Diese Liste stellt die Schwierigkeiten da, womit wir tagtäglich konfrontiert werden. Manche kommen damit leichter zurecht als andere aber wir alle können sie irgendwie meistern. Wir werden alle, von Zeit zu Zeit, geprüft auch die gebildetsten, die psychologisch gefestigten und die ehrlichsten unter uns. Manchmal möchte man jemanden, der uns weh getan hat, es heimzahlen – andere, die unserer Meinung nach nicht richtig motiviert sind, zügeln – selbst die, die hoch angesehen ist, werden. Nur wenn wir nachdenken und unser Tun überlegen, können wir bessere Menschen und damit bessere Züchter werden!

 

 

Ich möchte, dass Sie sich auch als Käufer eines Liebhabertieres vor Augen halten, welchen Aufwand die gewissenhafte Zucht bedeutet. Vielleicht verstehen Sie jetzt auch manche Maßnahme zum Schutz der Tiere, wie zum Beispiel die Frühkastration von Liebhaberkitten. Und bitte vergessen Sie nicht, mit dem Kauf eines Kitten unterstützen Sie, und nur Sie allein, die Zuchtbedingungen, unter denen dieses Kitten aufgewachsen ist und unter denen seine Elterntiere leben.

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(Der kleine Prinz)